Melike Kara unter den gefragtesten Nachwuchskünstlern 2016!

Melike Kara, Turkish Delights, 2016
180 x 900 cm

1985 in Bensberg geboren, lebt und arbeitet Kara heute in Köln, nach dem sie 2007 bis 2014 an der Düsseldorfer Kunsthochschule in der Klasse von Rosemarie Tockel ihr Handwerk lernte und sich ihren scheinbar unvermittelten Stil erarbeitete. Das Wesen ihrer Arbeiten wirkt so intuitiv und ihre Vorgehensweise so unmittelbar und abrupt, dass der Eindruck entsteht, ihre Werke würden scheinbar ohne jegliche Form der Evaluierung auskommen. Kara scheint sich ihrem Umfeld weder vorher noch nachher noch einmal vergewissern zu müssen und trotz der malerisch gewollten „Fahrlässigkeit“ wirken ihre Kompositionen in sich ruhig und ausgeglichen.

Immer wieder hinterfragt sie damit den Begriff der Dualität zwischen Form und Formlosigkeit, Entstehung und Auflösung, die sich auf das Zusammenspiel zwischen Gruppen und singulären Figuren konzentrieren. Haltung, Gestik und Mimik sind dabei so sehr auf das Notwendige minimiert, dass die soziale Konstellation ihrer dargestellten Personengruppen ohne jede spezifische Inhaltsform auskommt. Ihre malerischen Werke reflektieren alltägliche flüchtige Begegnungen. Sie erheben die Leinwand zu einem Tool, das intuitiv auf die unmittelbare Zusammenkunft von Künstler und Außenwelt, und mit Hilfe von minimalistisch eingesetzten farb- und formkompositorischen Linien, emotional anmutet.

Melike Kara,  (Liebling's) little tent , 2016   200   x 180   cm

Melike Kara, (Liebling's) little tent, 2016
200 x 180 cm

„Auf der Suche nach dem Ich verzichtest du auf die Darstellung von realen Gesichtern. Augen deutest du nicht selten durch zwei einfache Striche an. Die Köpfe stellst du schemenhaft dar. Dennoch verkörpern deine Protagonisten, denen selten ein Geschlecht zuzuordnen ist, eine starke Mimik, Gestik und Körperhaltung. Ist das etwas, mit dem du bewusst arbeitest oder passiert der Vorgang intuitiv?“

Melike Kara: „Alle Abgründe eines Ichs, alle existenten Gefühle dürfen sich ausdrücken, in Kontakt mit anderen treten, sich verändern, sich wahrhaftig zeigen. Die Mimik, die Gestik, die Körperhaltung ordnen sich der Emotion, die sich ausdrücken möchten, unter. Es sind meist nicht nur intuitive Entscheidungen, ich habe ein klar komponiertes Szenario vor Augen, dem das Unterbewusste dann folgt.“